Hongkong (März 1999) |
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07:45 Uhr Fast automatisch geht mein Morgenspaziergang in Richtung McD. An Muffin´ und Coffee kann man sich gewöhnen.
08:20 Uhr Für schlappe (?) 540 HK$ nehme ich an einer organisierten Ausflugsfahrt auf die größte Nebeninsel Hong Kong´s teil. In der Hotelhalle wuselt der kleine Laurance wie wild herum zu trommelt die restlichen Teilnehmer zusammen. Da die Tour aus Touris verschiedener Hotels besteht, kommt das Einsammeln einer Stadtrundfahrt gleich. Selbst aus dem Regency (*****) verschlägt es zwei dicke Deutsche in den nicht mehr ganz neuen Bus.
09:30 Uhr Die große Fähre an Pier 7 im Central District legt pünktlich ab. Da wir die Tickets für 16 HK$ haben, dürfen wir auf der Promenade sitzen. Von hier aus hat man einen herrlichen Ausblick auf die Skyline und den Hafenbetrieb. Unzählige Boote, vom Kutter bis zum Riesenfrachter, kreuzen unsere Fahrrinne. Unser Reiseführer hat mittlerweile gewechselt. Keine Ahnung wie er heißt - er ist jedoch ziemlich dick und spricht ein relativ verständliches Chop-Sui-Englisch.
10:30 Uhr Ankunft auf Lantau: Ganz schon grün und heiß hier. In dem kleinen Hafenstädtchen gibt es keine Hochhäuser, keine Verkehrsstaus und es erinnert nichts an die Hektik einer Weltstadt. Ein halbklimatisierter Reisebus samt passendem Fahrer wartet bereits in der Nähe. Der dicke Reiseführer verspricht uns 4 Highlights auf dieser Tour:
10:50 Uhr 1.) Der Top-Badestrand der Hong Konger für´s Wochenende. Seltsam nur, daß wir Samstag haben und sich kein Mensch am etwa 1 km langen Strand lümmelt. Hier gibt es zwar keine Palmen, aber dafür eine Toilettenanlage für angeblich 6.000.000 HK$. Wo die jedoch verbaut wurden bleibt wohl das Geheimnis der Regierung. Nach 15 Minuten dummrumstehen geht die Fahrt weiter.
11:30 Uhr 2.) Ein Fischerdorf am westlichsten Zipfel der Insel. Ein Dorf in dem der Fisch noch so richtig nach Fisch riecht - die Nordsee ist dagegen eine Parfümerie. Die Leute geben sich auch so richtig Mühe den Gestank auf einem gleichmäßigem Niveau zu halten. Hier wird nämlich Fisch getrocknet was das Zeug hält. Entweder liegt es an der Hitze oder hier ist wirklich nichts los. Das Dorf ist nicht unbedingt groß - hat aber offensichtlich eine Art Einkaufsstraße auf der sich Fisch- und Obstgeschäfte abwechseln. Ich kann jedoch der Versuchung nicht widerstehen eine Packung getrockneter Mangos zu kaufen.
12:00 Uhr 3.) Die Tempelanlage "Tschin-Derasserbum" mit dem größten freistehenden Budda der Welt. Wirklich beeindruckend. Bei dem Versuch den ca. 3 m großen Glücksgöttinen Münzen in die ausgestreckten Hände zu werfen scheitere ich kläglich...
Vor und in den angrenzenden Gebetstempeln wird geräuchert was das Zeug hält. Tütenweise werden hier Räucherstäbchen allen möglichen Göttern geweiht um diese sanftmütig zu stimmen.
13:30 Uhr 4.) Vegetarisches Mittagessen in der Goldmine-Bay. In einem Touri-Restaurant werden Reisegruppen fließbandartig abgefertigt. Nicht gerade gutgelauntes Personal bringt schalenweise Essen an die Tische. An meinen Tisch wird es international: 2 Südtiroler, 2 Chinesen und die dicken Deutschen aus dem Regency. Die Chinesin erklärt uns auf Behelfs-Englisch die verschiedenen Gerichte. Dem Chinesen ist das offensichtlich alles egal und schlürft nach asiatischer Tradition die Suppe. Der Rest der Tischgenossen verzichtet auf die Stäbchen als Esshilfe und verschmäht auch das ein oder andere Gemüse. Selbst schuld mir schmeckt es ausgesprochen gut.
14:30 Uhr Der 10 minütige Verdauungsmarsch endet an der Ablegestelle, wo gerade die Fähre nach Hong Kong anlegt. Pünktlich legen wir ab und schippern in Richtung "Heimat".
15:30 Uhr Am Pier 7 setze ich mich vorzeitig ab um mit dem Bus nach Stanley zu fahren. Das Dorf liegt im Südosten der Insel und ist bekannt für die großen Textilmärkte. Die Linie 6x dorthin habe ich zwar schnell im riesigen im Exchange Square Bus Terminal gefunden, muß jedoch feststellen, daß ich nur noch 300 HK$ in der Tasche habe. Etwas knapp zum Shopping. Da ich nun mal wieder im Central District bin, sollte es ja eigentlich kein Problem sein bei einer der unzähligen Banken etwas Geld zu wechseln. Aber ich werde jäh enttäuscht. An dem Ort wo täglich Milliarden umgesetzt werden, stehe ich vor verschlossenen Türen: Es ist Samstag und die Banken ruhen sich für die neue Woche aus. Nachdem mich dann noch ein Polizist bei der Frage nach einem Exchange-Office in die falsche Richtung schickt, habe ich die Faxen dick und fahre mit der Metro in Richtung Hotel zurück.
17:30 Uhr Frisch geduscht und gefönt starte ich eine kleine Foto Tour in Richtung Star Ferry (der Klassiker der Fähren zwischen Kowloon und Hong Kong Island). Zum Spaß geht es aber vorher noch in das Ocean Terminal - ein riesiges Einkaufscenter mit hunderten von Geschäften auf mehreren Ebenen. Mittendrin hat Opel z.Zt. eine kleine Ausstellung - eigentlich lächerlich, wenn man bedenkt welche Fahrzeuge sonst das Straßenbild beherrschen. Hong Kong hat die mit Abstand größte Dichte an Rollce-Royce und Ferrari... In dem direkt angrenzenden Ocean-Park hat offensichtlich jeder Designer der was auf sich hält einen eigenen Laden: Von ARMANI bis Z gibt es hier Textil und Assecoirs vom Feinsten. Am Außenkai des Terminals hat gerade die Queen Elisabeth 2 angelegt. Ein Luxus-Liner der Extraklasse und das Schiff scheint kein Ende zu haben. Allein die Ausmaße der Küche (Kombüse kann man das nicht mehr nennen), die vom Pier aus zu sehen ist, dürfte ausreichen eine kleine Stadt zu versorgen.
18:15 Uhr Langsam wird es dunkel und erstmals kommt mein Kamerastativ zum Einsatz: die Front des Peninsula Hotels und des Regency fange ich noch schnell ein. Vor den Hotels sieht es aus wie auf dem Gebrauchtwagenmarkt - mit dem kleinen Unterschied, daß es sich um reichlich teure Wägelchen handelt: RR, Bentley, Mercedes, Jaguar, Porsche u.s.w.
18:45 Uhr Da sich vor mir die "Nathan Road" aufmacht, bietet es sich an ein erstens Shopping zu machen. 5 Minuten später habe ich auch schon 5 T-Shirt´s gekauft (und weitere sollten folgen...). Nur wenige Meter weiter geschah das, was Waldi vorausgesagt hatte: Nachdem ich mir bei einem Juwelier die Nase an der Schaufensterscheibe plattgedrückt habe, werde ich auch prompt von einem kleinen Chinesen angesprochen: "Do you want a Copy-Watch?"
Logisch will ich und der unheimlich wichtig tuende Einmetersechzig nimmt mich in den 2.Stock einer äußerst spärlich beleuchteten Ladengasse mit. In einem mit zwei Stühlen, einem Tisch und einem Telefon ausgestatteten Büro (2 x 3m) zeigt er mir Fotos von diversen Uhren. Langweilige Breitling´s, unbekannte Irgendwas, einige Tag Heuer und diverse Rolex sind im Sortiment. Bis auf eine Rolex, die ich Holger mitbringen soll, ist nichts passendes in seinem Angebot. Das erste Angebot meines "Geschäftspartners" von 675 HK$ lehnte ich lächelnd ab. Nach einigem hin und her und einem konspirativen Anruf bei seinem Chef läßt er sich auf 280 HK$ herunterhandeln (womit er wahrscheinlich immer noch einen großen Gewinn macht). Die Tür geht auf und eine Hand reicht die Uhr in das Zimmer. Nach einem kurzen Funktionstest wechseln Geld und Ware die Besitzer.
Nachdem der Deal über die Bühne ist, muß ich schon kräftig überlegen, wie es nun wieder an die frische Luft geht, den das Haus ist doch reichlich verwinkelt
19:30 Uhr Zurück im Hotel. Mittlerweile ist ein weiterer Hemdenwechsel fällig, denn die Luftfeuchtigkeit dürfte so bei 200% liegen. Für ein paar Minuten lasse ich Hong Kong mal´ Hong Kong sein und lege mich auf´s Bett. Das waren schon einige Meter die ich heute durch die Gegend getrabt bin und es soll ja noch weiter gehen...
20:15 Uhr Aufbruch in die Temple Street. Hier herrscht reges und vor allem buntes Treiben. Der Night-Market ist in vollem Gange. Aberhunderte von Verkaufsständen bieteen alles an was niemand braucht. Textilien, Telefone, Uhren, CD´s, Lederwaren, Elektronik.... ohne Ende Schnickschnack. Und jeder preist die Waren an als gäbe es morgen nichts davon zu kaufen. Angenehm untermalt wird dieses unterhaltsame Treiben von köstlichen Gerüchen aus den Garküchen, die etwa alle 10 Meter ihr Lager aufgeschlagen haben. Chinesen jeden Alters tummeln sich an und hinter Ständen die einfach auf der dafür gesperrten Straße aufgestellt sind. Etwas überrascht bin ich davon, daß ich einer der wenigen Touristen in der Menge bin. Der Night-Market scheint für die Chinesen eine Art Freiluft-Supermarkt zu sein. Meine Ausbeute der Nacht: 1 Aktentasche, 3 Elektronikspiele, 2 uralte chinesische Kupfermünzen, 1 Eisen-Budda usw.
22:45 Uhr Um mir beim Rückweg das Gedränge zu ersparen, gehe ich die Parallelstrasse, die Woosung Street zurück. Hier wird gefuttert was das Zeug hält. Offene, geschlossene und fahrbare Garküchen bieten Köstlichkeiten an, deren Herkunft wohl immer ein Geheimnis bleiben wird. Da die halbe Stadt in der Nacht beleuchtet wird, ist es auch nach der Dämmerung kein Problem sich zurecht zu finden. Die Stadtkarte braucht nicht bemüht zu werden um ins Hotel zurück zu finden.